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An den Knaben Elis

Elis, wenn die Amsel im schwarzen Wald ruft,
Dieses ist dein Untergang.
Deine Lippen trinken die Kühle des blauen Felsenquells.

Laß, wenn deine Stirne leise blutet
Uralte Legenden
Und dunkle Deutung des Vogelflugs.

Du aber gehst mit weichen Schritten in die Nacht,
Die voll purpurner Trauben hängt
Und du regst die Arme schöner im Blau.

Ein Dornenbusch tönt,
Wo deine mondenen Augen sind.
O, wie lange bist, Elis, du verstorben.

Dein Leib ist eine Hyazinthe,
In die ein Mönch die wächsernen Finger taucht.
Eine schwarze Höhle ist unser Schweigen,

Daraus bisweilen ein sanftes Tier tritt
Und langsam die schweren Lider senkt.
Auf deine Schläfen tropft schwarzer Tau,

Das letzte Gold verfallener Sterne.



[Georg Trakl]

und immer noch eins meiner absoluten favouriten.
11.6.08 18:25
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Bernd / Website (9.10.08 06:46)
Ein seltsames Gedicht, habe es gerne gelesen und schau mal wieder vorbei.
Gruß
Bernd


rz / Website (19.11.08 21:18)
trakl ist aber auch einfach klasse, finde deine wahl ausgezeichnet. "Grodek" gefällt mir aber noch eine spur besser.


(19.11.08 23:02)
Nee, bleibe bei diesem als absolutem Favouriten, schon aufgrund der genialen Vertonung durch "Elis" (bzw. damals "Erben der Schöpfung")...

Aber allgemein... hab noch nichts gefunden, daß mich so sehr fasziniert hat, wie Trakls Gedichte.

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